Unverpackte PfirsicheEin Blick in meinen Gelben Sack hat gezeigt, dass Plastikmüll überwiegend von Molkereiprodukten sowie Obst und Gemüse stammt. Bei Obst und Gemüse sind es die für mich überflüssigen Industrieverpackungen (Boxen, Schalen) und Folien.

Nochmal zum Verständnis: Mein Nicht-Ziel ist: Ich will nicht auf Bio umstellen. Ziel ist es, Müll zu vermeiden.

Demzufolge muss ich nicht auf Biomarkt umschwenken. Das wäre einfacher, wie man im Bild unten sehen kann. Aber es geht auch über die konventionellen Einkaufsquellen.

Unverpacktes Gemüse im Bio-Markt
Unverpacktes Gemüse im Bio-Markt

Problem 1: Industrieverpackungen und Folien bei Obst und Gemüse

Der Handel begründet die Kunststoffverpackungen im Wesentlichen mit der EU-Verordnung zu Bio-Produkten (eindeutige Trennung ökologischer Produkte von konventionellen) und längerer Haltbarkeit. Vermutlich kann man in Boxen auch mehr Obst auf engerem Raum oder in weniger Stiegen transportieren.

Ich brauche die Verpackungen nicht. Hygiene wird ab und zu als Grund aufgeführt (Kunden fassen Produkte an, Husten, Niesen, Schmutz etc.), aber ich wasche Obst und Rohkost vor dem Verzehr. So habe ich es schon von den Eltern und Großeltern als Kind gelernt. Gegen Magen-Darm-Krankheitskeime hilft Verpackung sowieso nicht. Salmonellen- oder E.coli-Erreger als Beispiel werden in der Produktionskette eingeschleppt. Durch Böden oder Kontakt mit Insekten oder anderen Tieren können die Erreger an das Gemüse gelangen. (1), (2)

Meine typischen Einkaufsorte als Großstädter sind Supermärkte und Discounter. Manchmal werden nicht alle Früchtesorten im Supermarkt unverpackt angeboten. Die Anzahl unverpackter Stiegen ist kleiner und kann ausverkauft sein. In meiner Gegend sind es typischerweise Kartoffeln, Zwiebeln, Champignons und Paprika. Im Extremfall können sowohl konventionelle als auch ökologische Gurken eingeschweißt sein. Es gab sogar einen Tag, wo sämtliche Tomatensorten auf ca. 8 m Regalfläche komplett in Boxen verpackt waren.

Heutzutage kaufe ich dann einfach nichts. Die Welt geht davon nicht unter. Ich habe 5 Supermärkte und Discounter in 7 min Fußweg-Entfernung. Wieso sollte es mich kümmern, wenn es mal bei einem etwas nicht unverpackt gibt?

Teilweise sind die Preise von konventionellem Gemüse - wenn es lose ist - ca. 3 bis 4 mal so teuer als in der Industrieverpackung. Typisch für Weintrauben, Paprika und Pilze. Dann könnte ich es auch gleich im Bioladen kaufen.

Brokkoli, Spitzkohl, Chinakohl und Eisbergsalat muss ich im Bioladen kaufen, denn die bekomme ich konventionell bisher nur in Folie verpackt.

 

Problem 2: Obstbeutel aus Kunststoff

Dann wären noch die Kunststoff-Obsttüten. Einige Supermärkte bieten inzwischen wiederverwendbare Netze an, zum Beispiel manche Edeka-Märke.

Als Ersatz habe ich im November einen Versuch mit selbstgenähten wiederverwendbaren Beuteln aus Netzstoff begonnen. Wer keine Nähmaschine hat, bekommt Mehrweg-Obstbeutel bzw. Obstnetze *) im Handel zu kaufen.

Bei meinen Obstbeuteln habe ich Hilfe von jemandem bekommen, der eine Nähmaschine hat. Den Stoff habe ich im Handel besorgt. Der Test wird zeigen, wie lange die Beutel in der Praxis halten.

Bisher hatte ich an der Kasse damit keine Probleme. Nur die Etiketten halten schlecht. Da muss ich dann eben aufpassen. Manchmal klebe ich die Etiketten auch einfach auf großes Gemüse drauf und nehme gar keinen Beutel.

DIY-Obstbeutel aus Netzstoff mit Zugverschluss
DIY-Obstbeutel aus Netzstoff mit Zugverschluss

 

(1) "China-Erdbeeren schuld an Magen-Darm-Epidemie", Focus, Freitag, 05.10.2012, 18:42

(2) "Suche nach dem Ehec-Erreger: Die verdächtigen Sprossen von Bienenbüttel", FAZ, 06.06.2011

 

*) Amazon-Partnernet-Link


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