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Rettich unverpacktIm Handel sind Obst und -Gemüse oft in Kunststoff eingepackt. Insbesondere bei Bio-Lebensmitteln regt sich Widerstand. Viele Verbrauchen betrachten diese Verpackung als Widerspruch zum Bio-Gedanken und Nachhaltigkeit. Auch für den Handel geht es um viel Geld. Nicht bei der einzelnen Frucht, aber bei 10.000en verpackten Früchten handelt es sich um tonnenweise Folie und Etiketten.

Der Handel hat inzwischen die von Kunden geäußerte Kritik aufgegriffen. Man testet Verfahren, um Bioprodukte auch ohne Verpackung eindeutig zu kennzeichnen.

Bekannt geworden ist insbesondere das "Beschriften" von Früchten mit Laserstrahl ("Natural Labeling" oder auch "Natural Branding" oder "Smart Branding") . Diese Gravur in der Schale wird direkt beim Großhändler vor dem Verpacken gemacht. Hierbei brennt ein Laserstrahl oberflächlich auf der Schale der Früchte die Pigmentschicht etwas weg und hinterlässt die Beschriftung.

Gut geeignet sind Früchte, deren harte Schale nicht verzehrt wird. Beispiele sind Avocados, Mango, Ingwer oder Süßkartoffeln. Schwieriger ist es bei Früchten mit essbarer weicher Schale, wie Tomaten, Äpfel oder Gurken. (1)

Netto hat bereits Mitte 2017 in einigen Filialen in Berlin und Bayern testweise gelaserten Ingwer und Gurken angeboten. Nach Abschluss der Tests wurde Ingwer fest gelistet und Gurken sollten bis Ende 2017 eingeführt werden. Nach eigenen Angaben spart die Firma allein beim Ingwer 43 Tonnen an Verpackung und Etikett. Ich finde es gut, dass durch die Einsparung von Verpackung ein gewisser finanzieller Anreiz für die Händler besteht. Selbst wenn ein Händler die Verpackung nicht direkt bezahlen müsste, so würde sie vom Großmarkt doch in den Handelspreis einkalkuliert werden.

Ende 2017 wurde bei einer Verbraucherumfrage die Netto Bio-Gurken zum "Besten Produkt des Jahres 2017 - 2018" in der Kategorie Gemüse gewählt. (3)

Rewe und Penny (Rewe Group) haben 2017 gelaserte Avocados und Süßkartoffeln sowie weitere Früchte ausprobiert. Bei einigen Sorten hat sich das Lasern der Schale aber wohl auf die Haltbarkeit ausgewirkt und wurde eingestellt. (2) Bio-Gurken mit Branding haben es so offensichtlich nicht in den Laden geschafft.

Dafür testet REWE seit Juni 2018 eine Graspapierverpackung bei Bio-Äpfeln. Das Papier wird tatsächlich aus einheimischem Gras hergestellt und benötigt weniger Wasser und Energie als die konventionelle Papierherstellung. (4)

 

 

(1) "Ideen gegen Plastikmüll im Supermarkt", 16.09.2017, Servicezeit, WDR

(2) "Kennzeichnung von Obst und Gemüse per Laser: Kleine Nische oder großer Trend?", 18.04.2018

(3) "Wir wurden bei der Verbraucherumfrage als "Bestes Produkt des Jahres 2017 – 2018" ausgezeichnet", REWE, aufgerufen 27.12.2018

(4) "MÜLL VERMEIDEN - LEBEN SCHÜTZEN", REWE, aufgerufen 27.12.2018


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