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Auf europäische Äcker gelangt möglicherweise genau so viel Mikroplastik, wie weltweit in den Ozeanen schwimmt. Zu dieser Schätzung kam ein Forscherteam um Luca Nizzetto vom Norwegian Institute for Water Research in Oslo. (1)

Das Forscherteam hat Klärschlämme aus Europa untersucht. Ungefähr 50% der Schlämme wird in Europa als Dünger in der Landwirtschaft genutzt. Daraus könne man die Menge des enthaltenen Mikroplastiks hochrechnen. Man kam auf eine Menge zwischen 63.000 und 430.000 Tonnen pro Jahr. Das entspräche ungefähr der geschätzten Menge, die in den Ozeanen der Welt schwimmt. Auch für Nordamerika haben die Forscher hohe Zahlen zwischen 44.000 und 300.000 Tonnen pro Jahr errechnet. 

Die Hypothese ist, dass auf die Äcker sehr große Mengen Mikroplastik über die letzten Jahre bzw. Jahrzehnte gelangt sind.

In eine ähnliche Richtung haben Dr. Jörg Klasmeier und Melanie Wissing vom Institut für Umweltsystemforschung (USF), Universität Osnabrück geforscht. Sie erhielten vom Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz den Auftrag, den "Waschmaschinenablauf als mögliche Eintragsquelle von Textilfasern (Mikroplastik) in Gewässer" zu untersuchen. (3) Ihre Analysen von Wasserproben aus dem Ablauf der Kläranlage Osnabrück ergaben nur relativ geringe Mengen an Fasern. Und diese hatten auch nur wenig Ähnlichkeit mit den untersuchten Fasern aus dem Ablauf der Waschmaschinen. Die Forscher empfahlen, die Mikrofaserbelastung auf dem Weg von der Hausabwassereinleitung durch die Abwasserkanäle bis hin zum Einlass in die Kläranlagen zu untersuchen. Ihre Hypothese ist, dass die Mikrofasern im Klärschlamm angereichert werden. Womit man wieder beim Klärschlamm als Eintragsquelle für die Landwirtschaft wäre.

 

Und Mikroplastik aus Kläranlagen ist noch nicht einmal der größte Teil des Mikroplastiks in der Umwelt. Hinzu kommen ja noch andere Quellen, wie zum Beispiel Reifenabrieb, der von den Straßen leicht vom Wind verblasen werden.

 

(1) "Endstation Acker. Plastik an Land", Deutschlandfunk, Wissenschaft im Brennpunkt, 26.08.2018

(2) "Pollution: Do microplastics spill on to farm soils?", Luca Nizzetto, Sindre Langaas & Martyn Futter, Nature volume 537, page 488 (22 September 2016), https://doi.org/10.1038/537488b

(3) Klasmeier J., Wissing M. (2016): Waschmaschinenablauf als mögliche Eintragsquelle von Textilfasern (Mikroplastik) in Gewässer, Institut für Umweltsystemforschung, Universität Osnabrück, Studie erstellt im Auftrag des NLWKN, Januar 2017.

 

 

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