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Plastikmüll Offizielle Statistiken zeigen eine weiter steigende Menge an Verpackungsabfall. Der letzte Bericht für 2016 des Umweltbundesamtes (UBA) Deutschland spricht von einem Aufkommen von 18,16 Millionen Tonnen Verpackungsabfall. Darin enthalten sind große Mengen industrieller Abfälle. Rechnet man das rein statistisch auf die Bevölkerung um, dann entspricht das 220,5 kg Verpackungsabfall pro Kopf. Nicht nur die Warenverpackung sondern auch Lieferpaletten und Pakete erzeugen Unmengen an Abfall. Damit nimmt Deutschland in der EU einen unrühmlichen Spitzenplatz ein.

Wie hoch ist der Anteil der privaten Verbraucher am Verpackungsmüll?

Stofflich unterscheidet man unter anderem Verpackungsabfall aus Glas, Papier, Karton, Aluminium, Stahl, Holz oder Kunststoff. Von den oben erwähnten 18,16 Mio Tonnen Verpackungsabfall gehen insgesamt 8,52 Millionen Tonnen auf das Konto der Endverbraucher. Das sind 47% bzw. 103,5 kg pro Kopf. (3)

Genau hier kann man sich als Verbraucher Gedanken zum eigenen Beitrag an der Müllreduktion machen.

Was sind Einflussfaktoren für steigenden Verpackungsmüll?

Es gibt viele Quellen von Verpackungsmüll (3). Bestimmte Markttrends haben einen eher negativen Einfluss:

  • Bei manchen Verpackungen werden vom Produktdesign zusätzliche Funktionen eingebaut. Bekannte Beispiele sind Flüssigwaschmittelflaschen mit aufgesteckter Dosierkugel oder große Schraubverschlüsse mit zusätzlicher Messbecherfunktion. Obwohl man diese Hilfsmittel nur einmal braucht, kauft man sie jedes Mal erneut mit. Für diese Beigaben wird mehr Kunststoff verbraucht und dann auch weggeworfen.

  • Der Handel bietet vermehrt to-go-Produkte an. Hier sind sicherlich die Verbraucher markttreibend, sonst würde man es nicht verkaufen können. Diese Produkte sind teilweise mehrfach verpackt. Verpacktes geschältes und portioniertes Obst zählt auch dazu. Viele Früchte habe aber eigentlich eine natürliche Verpackung in Form der Schale. 
to-go Getränke
to-go Getränke
Verpacktes geschältes Obst
Verpacktes geschältes Obst
  • Es gibt einen Trend zu kleinen Portionen. Oft werden damit auch Preiserhöhungen versteckt. Es gibt unzähliche Veröffentlichungen der Verbraucherschutzverbände zu diesem Thema.

  • Der Versandhandel nimmt seit Jahren deutlich zu. Lt. Pressemeldungen (1)(2) sind die Logistikunternehmen inzwischen am Maximum und müssen ihre Kapazitäten ausbauen. Die Umverpackungen um die gekauften Produkte verursachen zusätzlichen Müll einschließlich der Füllstoffe. Viele Versandunternehmen standardisieren ihre Paketgrößen und versenden selbst kleine Waren in großen ausgestopften Paketen.

 

 

 

Verpackungsmüll
Verpackungsmüll
Bio-Fenchel in Kunststoffverpackung
Bio-Fenchel in Kunststoffverpackung
  • Bei Obst und Gemüse hat die Menge boxenförmiger Industrieverpackungen deutlich zugenommen. Große Mengen an Weintrauben, Tomaten, Pilze, Salate, Blumenkohl, Brokkoli usw. werden fertig verpackt ausgeliefert. Diese Umverpackung wird vom Endverbraucher quasi nicht benötigt und landet direkt im Müll. Bis auf empfindliches Obst und Gemüse könnte man die meisten Früchte auch in der Stiege lose verkaufen.
Weintrauben in Industrieverpackung
Weintrauben in Industrieverpackung
   

 

(1) "DHL Paket verdoppelt Lagerkapazitäten für 2-Mann-Handling am Standort Ludwigsau", DHL, 19.06.2018

(2) "Versandhandel: DHL will 10.000 neue Stellen schaffen", Logistra, 22. Januar 2015

(3) "Verpackungsverbrauch in Deutschland weiterhin sehr hoch", UBA, 25.07.2018

 

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