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Bio-Champignons in PlastikverpackungIm Handel sind Bio-Obst und -Gemüse oft in Kunststoff eingepackt. Das geht mir und vielen anderen Käufern, die abgesehen vom Bio-Konsum auch auf die Umwelt achten, gegen den Strich. Man fragt sich, wieso ausgerechnet Bio-Produkte in Kunststoff verpackt sind. Der Handel erklärt diesen Umstand mit gesetzlichen Vorschriften, wonach Bioprodukte eindeutig von konventionellen Produkten getrennt und unverwechselbar gelagert werden müssen. Da bei gemischtem Angebot Bioprodukte meist in geringerer Menge angeboten werden, ist deren Verpackung quasi das kleinere Übel.

Der Handel hat inzwischen die von Kunden geäußerte Kritik aufgegriffen. Man testet Verfahren, um Bioprodukte auch ohne Verpackung eindeutig zu kennzeichnen. Bekannt geworden ist insbesondere das "Beschriften" von Früchten mit Laserstrahl ("Natural Branding") . Diese Gravur in der Schale wird direkt beim Großhändler vor dem Verpacken gemacht. Gut geeignet sind Früchte, deren harte Schale nicht verzehrt wird. Schwieriger ist es bei Früchten mit essbarer weicher Schale, wie Tomaten, Äpfel oder Gurken.

DBio-Kiwi in Plastikverpackungas Drumherum der Bioprodukte in der EU ist in der EG-Öko-Basisverordnung (Verordnung (EG) Nr. 834/2007 des Rates vom 28. Juni 2007) geregelt. Hierzu wurden Durchführungsvorschriften erlassen. Konkret findet man diese Bestimmungen in der Verordnung (EG) Nr. 889/2008 der Kommission vom 5. September 2008 mit Durchführungsvorschriften zur Verordnung (EG) Nr. 834/2007 des Rates über die ökologische/biologische Produktion und die Kennzeichnung von ökologischen/biologischen Erzeugnissen hinsichtlich der ökologischen/biologischen Produktion, Kennzeichnung und Kontrolle.

Dort habe ich in Artikel 35 "Lagerung von Erzeugnissen" Abschnitt (4) folgendes gefunden:

(4) Soweit Unternehmer sowohl mit nichtökologischen/nichtbiologischen Erzeugnissen als auch ökologischen/biologischen Erzeugnissen umgehen und letztere an Lagerstätten gelagert werden, die auch zur Aufbewahrung anderer Agrarprodukte oder Lebensmittel dienen, so sind
a) die ökologischen/biologischen Erzeugnisse von den anderen Agrarprodukten und/oder Lebensmitteln getrennt aufzubewahren;
b) alle erforderlichen Maßnahmen zu treffen, um die Identifizierung der Warensendungen sicherzustellen und jedes Vermischen oder Vertauschen mit nichtökologischen/nichtbiologischen Erzeugnissen zu vermeiden;

Man kann das "Gegenteil" gut in Bioläden sehen. Dort gibt es keine nichtökologischen/nichtbiologischen Erzeugnissen. Deshalb liegen die Früchte dort meist unverpackt aus.

Eigentlich könnten Supermärkte meiner Meinung nach die Verpackung für Bio umgehen, wenn sie nicht gleichzeitig vom gleichen Produkt sowohl ökologische als auch nichtökologische Varianten anbieten würden. Aber das macht anscheinend (noch?) niemand.

Unverpacktes Bio-Gemüse im Bio-Markt
Unverpacktes Bio-Gemüse im Bio-Markt

Kommentare  

0 # Andrea 2018-11-26 10:09
Hallo! Ich beteilige mich eigentlich nicht an Social Media, aber in diesem Fall mache ich mal eine Ausnahme. Ich verstehe die Leute, welche sich über Plastikmüll aufregen und was dagegen tun wollen. Aber alles bitte in Maßen! Am Beispiel Gemüse und Obst kann ich nur dazu sagen, bitte nicht alles wieder über einen Kamm scheren! Obst und Gemüse zum roh auf die Hand essen würde ich NIE unverpackt kaufen. Gemüse, welches erst gekocht werden muss, oder wo man vor dem Verzehr die Schale entfernen muss, braucht nicht wirklich eine Plastikumverpackung. Aber so, wie im Moment die Mentalität ist, wird wahrscheinlich wieder Tabularasa gemacht und das gemacht, was sich gut anhört, anstatt auch mal die Befürworter von Verpackung aus hygenischen Gründen anzuhören. Ausserdem sind wir nicht allein für den Erhalt unserer Erde zuständig. Andere Länder müssen genauso in die Pflicht genommen werden, nur davon hört man nichts - nur uns wird mal wieder ein schlechtes Gewissen gemacht. In diesem Sinne
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0 # Tino 2018-11-26 12:39
Hallo Andrea,
vielen Dank für den Kommentar.
Mit Fokus nur auf Obst und Gemüse will ich keine Plastikverpackung haben. Ich sehe darin generell keinen Sinn. Vorhergehende Generationen haben das nicht gebraucht und ich brauche es auch nicht.

Zum einen wasche ich Obst und Gemüse vor dem Essen, falls man es direkt essen könnte. Also Äpfel, Birnen, Gurken, Möhren etc. Die sind sowieso "dreckig", egal, ob sie jemand angefasst hat oder nicht. Dafür brauche ich keine Verpackung. Ich hatte aber Eltern und Großeltern, die zu mir als Kind immer gesagt haben "Erst waschen vor dem Essen". Da scheint etwas hängen geblieben zu sein. Andererseits kenne ich auch den Spruch "Dreck reinigt den Magen". :lol:

Der Handel begründet das Verpacken übrigens in Interviews (Fernsehen) nicht mit Hygiene sondern mit a) den EU-Vorschriften zur "Trennung" von Bio-Produkten und b) der längeren Haltbarkeit.

Die inzwischen bekannte Tatsache, dass ein Großteil des Plastikmülleintrages in die Ozeane über große asiatische Flüsse läuft, hat überhaupt keinen Einfluss darauf, ob ich Plastikmüll vermeiden möchte. Ich warte grundsätzlich nicht darauf, dass irgendwann mal irgendwer irgendwo auf der Welt seine eigenen Probleme löst. Ich verändere in meinem Umfeld, was ich im positiven Sinne verändern kann. Und ich will zu Hause keine Müllberge haben, die ich dann in die stets überfüllte Gelbe Tonne stopfen muss, von der ich weiß, dass das meiste gar nicht recyclet wird sondern verbrannt. ;-)

In diesem Sinne viele Grüße,
Tino
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